Offener Brief in der Angelegenheit "Eva Herman"

Der folgende Brief wird vom Verein an Politiker und Medienverantwortliche  geschickt. Die Liste der Empfänger wird von uns in den Kommentaren ergänzt und aktualisiert.

Hier finden Sie einen herunterladbaren Musterbrief .


Aus immer noch aktuellem Anlass: Anfrage zur Medienpolitik

Sehr geehrte/r ...,

vor fast einem Jahr ereignete sich in unserem Land ein Medienskandal in mehreren Akten, der in dieser Form in Deutschland bisher beispiellos war:
 
Am 9. Oktober 2007 wurde erstmals im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine mediale "Hinrichtung" quotenheischend angekündigt und vor laufenden Kameras vollzogen.
 
Ein Jahr nach dem Herman-Skandal – und ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl! – bitten wir Sie um eine aktuelle Stellungnahme zur Medienpolitik.
 
  • Wie wollen Sie als Abgeordneter / wie will Ihre Partei die Wiederholung eines Falls Eva Herman in Zukunft verhindern und das Vertrauen in die Unabhängigkeit und Objektivität der Medien, insbesondere des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wieder herstellen?
  • Für unsere Mitglieder und Freunde ist die Position der Abgeordneten und Parteien zur Qualität der Medien eines der wesentlichsten Kriterien im Vorfeld der Bundestagswahlen.
  • Ohne Meinungsfreiheit verabschiedet sich Deutschland von der Demokratie! Wenn schon politische Entscheidungen immer ferner vom Bürger getroffen werden und die Menschen in unserem Lande kaum noch direkten Einfluss auf die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse nehmen können, dann sollten sie sich mindestens noch frei informieren und darüber offen und kontrovers sprechen dürfen.

Sie erinnern sich bestimmt noch: Mehr als 2,5 Millionen Zuschauer wurden damals Augenzeugen des ehrabschneidenden Rauswurfs von Eva Herman aus der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner". Um die Rekordquote zu sichern, waren Presse und Agenturen bereits rechtzeitig vor Ausstrahlung der aufgezeichneten Sendung informiert worden.

Genau einen Monat vorher hatte der NDR seiner beliebten Moderatorin die fristlose Kündigung ausgesprochen. Offizielle Begründung des Senders: "Frau Hermans schriftstellerische Tätigkeit ist aus unserer Sicht nicht länger vereinbar mit ihrer Rolle als Fernsehmoderatorin... ". In Wahrheit wurde offenkundig dem Druck interessierter Kreise nachgegeben, denen Eva Hermans Eintreten für eine stärker an den Interessen der Familien orientierte Politik und für vermeintlich "konservative" Werte schon lange ein Dorn im Auge war.

Als willkommener aktueller Anlass diente dabei ein Artikel im Hamburger Abendblatt, der Aussagen von Frau Herman anlässlich einer Buchvorstellung in verkürzter und grob sinnverzerrender Weise wiedergab und sie in die Nähe der Nazis rückte. Dies lässt sich anhand von Wort- und Video-Protokollen aber leicht widerlegen. Gleichwohl wurden die verfälschten Zitate in der Folge noch in vielen Medien wiederholt. 

Sollten Ihnen die Einzelheiten des Falles vielleicht nicht mehr vollständig präsent sein, so möchten wir Ihnen ausdrücklich unsere ausführliche Internet-Dokumentation der Ereignisse ans Herz legen, die Sie hier finden:  

Aufgeschreckt durch das öffentlich geschehene Unrecht, protestierten damals Zehntausende empörter Zuschauer wochenlang in Leserbriefen und Internet-Foren, auch bei Politikern. Doch der Protest mündiger Bürger aus der Mitte unserer Gesellschaft wurde zunächst totgeschwiegen, dann als "brauner Sumpf" diffamiert. 

Die Forderung nach öffentlicher Entschuldigung durch die Verantwortlichen und Rehabilitierung des Opfers verhallte bis heute ungehört. Politik und Medien setzten einträchtig – und bisher leider erfolgreich – auf ein Aussitzen des Skandals. 

Der Fall Eva Herman ist jedoch keineswegs vergessen! 

  • Die Schmerzgrenze der Bürger wurde zu deutlich überschritten. Es wurde für jedermann erkennbar gegen verfassungsmäßig garantierte Rechte – wie Menschenwürde und Meinungsfreiheit – sowie gegen geltende Gesetze verstoßen.
  • Das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit unserer Medien und unserer Politiker ist nachhaltig erschüttert. Ohne vertrauenswürdige Medien und klare Stellungnahmen aus der Politik gibt es aber auch kein Vertrauen in unseren demokratischen Rechtsstaat!

Unser Verein "Medien – Quo Vadis? Bürger gegen Medienmanipulation e.V." hat sich in der Folge der genannten Ereignisse gegründet. Wir haben uns der Verteidigung von Presse- und Meinungsfreiheit in unserem Land verschrieben und machen auf eklatante Fehlleistungen wie im Fall Herman und auf generell bedenkliche Entwicklungen in der Medienwelt öffentlich aufmerksam.  

Unsere Mitglieder und Freunde sehen daher Ihrer Nachricht mit großem Interesse entgegen! 

Mit freundlichen Grüßen
 
 
 
Vorstand des Vereins
„Medien – Quo Vadis?
Bürger gegen Medienmanipulation e.V."

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Re: Offener Brief in der Angelegenheit "Eva Herman"

 

Briefe an die Ministerpräsidenten
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Dr. Günther Beckstein Bayerische Staatsregierung   Franz-Josef-Straß-Ring 1 80535 München
Prof. Dr. Wolfgang Böhmer Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt   Hegelstraße 40 - 42 39104 Magdeburg
Jens Böhrnsen Senat der Freien Hansestadt Bremen Senatskanzlei Am Markt 21 28025 Bremen
Peter Harry Carstensen Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein   Düsternbrooker Weg 104 24105 Kiel
Roland Koch Hessische Landesregierung Hessische Staatskanzlei Georg-August-Zinn-Straße 1 65183 Wiesbaden
Peter Müller Staatskanzlei Saarland   Am Ludwigsplatz 14 66117 Saarbrücken
Günther Hermann Oettinger Staatsministerium des Landes Baden-Württemberg   Richard-Wagner-Straße 15 70184 Stuttgart
Matthias Platzeck Regierung des Landes Brandenburg   Heinrich-Mann-Allee 107 14473 Potsdam
Dr. Harald Ringstorff Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern Staatskanzlei Schloßstraße 2-4 19053 Schwerin
Dr. Jürgen Rüttgers Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen   Stadttor 1 40219 Düsseldorf
Stanislaw Tillich Freistaat Sachsen Sächsische Staatskanzlei   01095 Dresden
Ole von Beust Senat der Freien und Hansestadt Hamburg Senatskanzlei Rathausmarkt 1 20095 Hamburg
Klaus Wowereit Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei Jüdenstraße 1 10178 Berlin
Christian Wulff Niedersächsische Staatskanzlei   Planckstraße 2 30169 Hannover

 

 

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